13.09.2019 Sustainable Fashion

Berliner Gamechanger für mehr Nachhaltigkeit in der Modeindustrie Berliner Gamechanger für mehr Nachhaltigkeit in der Modeindustrie

Zwei Berliner Organisationen setzen sich mit sehr unterschiedlichen Ansätzen für das gleiche Ziel ein: mehr Nachhaltigkeit in der Modeindustrie.

Für mehr Nachhaltigkeit in der Modeindustrie setzen sich die Berliner NGO Drip by Drip und der Verein Future Fashion Forward e. V. ein. Dass Nachhaltigkeit in der Modeindustrie vielfältig ist, beweisen die ganz unterschiedlichen Projekte der beiden Gamechanger. Während es bei Drip by Drip um die Ressource Wasser geht, beschäftigt sich Future Fashion Forward e. V. mit verschiedenen Missständen in der Modeindustrie.

Drip by Drip entwickelt Stoffe ohne großen „Durst“

Die NGO Drip by Drip kämpft gegen die enorme Wasserverschwendung in der Textilindustrie. Denn die herkömmliche Produktion verbraucht viele tausend Liter des kostbaren Guts. Die Wassermenge, die zur Herstellung von einem Kilogramm herkömmlichem Baumwollgewebe benötigt wird, liegt beispielsweise – je nach Anbaumethode und -ort – zwischen 7.000 und 29.000 Litern pro Kilogramm. Drip by Drip hat deshalb die Initiative „Blue Lab“ ins Leben gerufen und gemeinsam mit Expert*innen innovative Stoffe entwickelt, die bedeutend weniger Wasser benötigen.

Schon fünf verschiedene Stoffe hat das Team entwickelt, die ohne Baumwolle auskommen und stattdessen aus Modalfasern, Lyocell und Hanffasern bestehen. Bis zu 90 Prozent Wasser sparen diese Textilien. Die Wassereinsparung ergibt sich aus folgenden Faktoren: 

  • Wassereinsparung beim Anbau von Rohstoffen
  • beim Färben eingespartes Wasser
  • Anteil des recycelten Wassers

Auch die Reduzierung des CO2-Fußabdrucks beim Transport zur Produktionsstätte wurde berücksichtigt. „Alle Stoffe sind biologisch abbaubar und werden nicht mit gefährlichen Chemikalien, Pestiziden oder Düngemitteln behandelt“, versprechen die Verantwortlichen von Drip by Drip. Außerdem gehen zehn Prozent des Umsatzes, der mit diesen Blue-Lab-Stoffen gemacht wird, an ein Abwasserprojekt in Bangladesch.

Vereinsarbeit für mehr Nachhaltigkeit in der Modeindustrie

Einen ganz anderen Ansatz verfolgt der Verein Future Fashion Forward e. V.: „Die langfristige Vision für Future Fashion Forward ist die Etablierung einer Plattform, welche die Bevölkerung über die Missstände in der Bekleidungsindustrie informiert und damit zu einem positiven Wandel, sowohl in den produzierenden Ländern als auch bei uns, beiträgt“, liest man auf der Webseite des Vereins. Er ist aus der globalen Kampagne Fashion Revolution entstanden und will vor allem Industrie und Verbraucher*innen zusammenbringen. Fashion Revolution ruft mit der Frage „Who made my clothes?“ international zur Auseinandersetzung mit der Herkunft unserer Bekleidung auf.

Im Berliner Verein engagieren sich Designer*innen, Berater*innen und Kommunikationswissenschaftler*innen aus der Modebranche. Sie alle wollen ihr Wissen über die Missstände in der Modeindustrie durch Aufklärung über soziale und ökologische Aspekte weitergeben. Durch Wissensvermittlung soll „das Vertrauen von Verbrauchern gestärkt, ihr Konsumverhalten verändert und damit die Wirtschaft nachhaltig verändert werden“, so die Verantwortlichen. So bietet Future Fashion Forward zum Beispiel Workshops an Schulen und Hochschulen an und organisiert regelmäßig Veranstaltungen zum Thema Missstände und Nachhaltigkeit in der Modeindustrie.

Weitere Informationen:
https://www.dripbydrip.org/
https://future.fashion/

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