13.01.2020 Interview

Interview mit Anna Franziska Michel, CEO & Founder von YOONA Technology Interview mit Anna Franziska Michel, CEO & Founder von YOONA Technology

Wir haben mit der Gründerin von YOONA Technology über die KI-Software gesprochen. Wer ihre Show live sehen möchte, hat jetzt die Chance, exklusiv Tickets zu gewinnen.
Anna Franziska Michel, CEO & Founder von YOONA Technology
Anna Franziska Michel, CEO & Founder von YOONA Technology

YOONA Tech ist eine skalierbare, auf künstlicher Intelligenz basierende B2B-Softwarelösung. Der Algorithmus verwendet z. B. persönliche Sportdaten aus Fitnesstrackern, um darauf basierend individuelle Designs zu erstellen. Im Interview hat uns die Gründerin und Geschäftsführerin von YOONA Technology verraten, wie diese innovative Idee entstanden ist und was wir bei ihrer Show am 16. Januar, sowie beim YOONA-Tech-Workshop und der Podiumsdiskussionsrunde am 17. Januar erwarten können.

Sie haben 2015 das Label NOETIA gegründet, das mittels Künstlicher Intelligenz Designs erstellt. Wie kamen Sie auf diese innovative Idee?

Die alleinige Umsetzung meiner Kreativität in Mode-Designs genügte mir nicht. Es kam mir nach kurzer Zeit sinnlos vor, einfach noch mehr Kleidung zu produzieren. Insgesamt wird in der Bekleidungsindustrie einfach so viel Müll in kleinen und großen Modeunternehmen geschaffen oder der Konsument wirft seine Kleidung nach kurzer Tragezeit einfach weg, weil sie gar nicht wertgeschätzt wird. Ich suchte ein Team und gemeinsam mit dem Fachbereich Wirtschaftsinformatik der HTW eine Forschungsgruppe zum Thema Künstliche Intelligenz in der Modeindustrie. Hiermit setzte ich die Grundbausteine für YOONA-Technologie und yooneeque. Neuronale Netze können perfekt dafür genutzt werden, um die Designprozesse zu verkürzen und zu vereinfachen. Ich glaube daran, dass mit neuen disruptiven Technologien in der Mode viel verändert und vor allem auch mehr Nachhaltigkeit erreicht werden kann.

Könnten Sie genauer beschreiben, wie die YOONA-Technologie funktioniert?

Die Künstliche Intelligenz nimmt eine Datenanalyse vor und erstellt neue Daten, basierend auf der vorherigen Analyse. Der YOONA-Algorithmus wird mit Designdaten, d. h. technischen Zeichnungen, Prints, Moodboards oder Schnittteilen trainiert. Danach beginnt der YOONA-Generator mit der Erstellung von neuen Designs. Der YOONA Discriminator erkennt genau, welche Designs im Stil des erlernten Materials sind. Danach können hunderte neue Designs in wenigen Sekunden erstellt werden. Bei yooneeque arbeitet die YOONA-Technologie mit meinem eigenen Designmaterial, das ich als Designerin erschaffen habe.

Seit Januar 2018 zeigen Sie regelmäßig Ihre neuesten Kollektionen im Rahmen der Berlin Fashion Week. Im Januar 2020 wird es erneut eine Yoona Tech-Show geben. Wie wird die aussehen und worauf freuen Sie sich am meisten?

Seit Januar 2018 zeige ich regelmäßig zur Berlin Fashion Week die neuesten Ergebnisse meiner Arbeit. Die Designs werden seit Juli 2019 an Avataren gezeigt und im Januar 2020 wird es außerdem die Möglichkeit geben, mit Virtual-Reality-Brillen in eine virtuelle yooneeque-Welt einzutauchen. Ich freue mich immer darauf, unsere Arbeit im öffentlichen Rahmen zu präsentieren. Meine Vision ist die holistische Digitalisierung des Designprozesses. Der Weg ist das Ziel – jeder Schritt in diese Richtung bedeutet einen Schritt in Richtung Veränderung der Modeindustrie. Ich freue mich auch immer auf das Get-Together nach der Show. Hier gibt es immer viele Fragen zu beantworten.

Ihre Kollektion wird von digitalen Avataren präsentiert werden, ist das richtig? Wie genau funktioniert das?

Im Moment wählen wir existierende Avatare aus. Die Schnitte der Designs werden zusammengefügt und der Avatar digital angekleidet. Schon ist das Kleidungsstück fertig. Wir können sehen, wie das Design und der Schnitt an der Person aussieht und müssen nicht erst Prototypen erstellen.

Ich denke, dass viele Präsentationen oder Shows zukünftig so aussehen werden. Die Technologie wird sich immer weiterentwickeln, so dass man unter Einbezug der verschiedenen Möglichkeiten wie VR und AR die Designs bald realitätsnah abbilden kann. Wir zeigen immer zwei realisierte Designs, die man anfassen kann. In der Zukunft muss sich einfach etwas an der unendlichen Produktion von Kleidung ändern. Und auch bei der Veränderung von Shows kann ein Schritt in diese Richtung getan werden.

2019 war ein erfolgreiches Jahr für Sie. Sie wurden unter anderem Finalistin beim Digital Female Leader Award in der Kategorie Innovation und beim Lucky Strike Award. Würden Sie sagen, der Modestandort Berlin ist mitverantwortlich für die Karriere?

2019 wurde ich als Delegierte Deutschlands für Frauen in Technologie von der Britischen Botschaft für die Teilnahme an der London Tech Week, vom TechCode Innovation Center für die Teilnahme an der Nanjing Tech Week, vom #WER – Women Entrepreneur Roadshow zur Teilnahme am Programm ausgewählt. Wir freuen uns darüber hinaus, dass wir vom Media Tech Hub Potsdam nominiert wurden, das Programm ab Januar 2018 im Accelerator zu starten. Und natürlich freue ich mich wahnsinnig darüber, dass ich mit dem Digital Female Leader Award in der Kategorie Innovation ausgezeichnet und vom Lucky Strike Award mit einer besonderen Auszeichnung geehrt wurde. Aber vor allem freuen wir uns, dass wir begonnen haben, mit Unternehmen wie Ernstings Family, Mey oder Vaude zusammenzuarbeiten. Berlin ist die Startup-Hauptstadt Deutschlands. 2019 wurden hier bundesweit die meisten Startups gegründet. Berlin als Modestandort schafft Möglichkeiten, sich weiterzuentwickeln. Ich habe ein so tolles Netzwerk in Berlin. Diese Symbiose ist einzigartig. Meine Hochschule (HTW Berlin) unterstützt mich auch sehr. Aber was ganz ganz wichtig ist, was mich antreibt und, was mich niemals stoppen lässt, das ist meine Vision, an die ich fest glaube. Mit einer holistischen Digitalisierung des Designprozesses können wir einen großen Impact, mehr Effizienz und Kundenbezug in der Modeindustrie schaffen.

Wir freuen uns auf unsere Fashion Week Events im Januar 2020. Hierzu gehört nicht nur die Show, am 16.1.2020 um 19 Uhr, sondern auch noch ein Workshop, am 17.1. um 12 Uhr, und eine Podiumsdiskussionsrunde, am 17.1. um 19 Uhr. Die Diskussionsrunde führe ich zum nun 10. Mal während der Fashion Week durch. Ich habe ein tolles YOONA Team aufgestellt und wünsche mir, dass wir 2020 weiter so gut zusammenarbeiten und, dass sich unser Team mit weiteren tollen Menschen, die etwas verändern wollen, vergrößern wird. Darüber hinaus freue ich mich, wenn die YOONA Community wächst und wir gemeinsam die Zukunft verändern werden.

Ticketverlosung

Berlin Partner verlost Tickets für die Fashionshow Yoona @ Berlin Fahion Week.

Alles was ihr dafür tun müsst: Einfach eine Email an lena.gehlhaar@berlin-partner.de schreiben. Die Gewinner werden am 14. Januar per Mail benachrichtigt.

Viel Glück!

Wir sehen uns auf der Berlin Fashion Week!

Weitere Informationen:

YOONA Tech

Ticketverlosung