14.01.2019 Interview

Interview mit Marcus Kurz über die Neuerungen der Fashion Week Interview mit Marcus Kurz über die Neuerungen der Fashion Week

Marcus Kurz, Geschäftsführer der Kreativ- und Produktionsagentur NOWADAYS und Veranstalter der MBFW sowie des BERLINER SALONS hat uns Fragen zur Gruppenausstellung und zum neuen Konzept der MBFW beantwortet.
© Ralph Mecke
© Ralph Mecke

Marcus Kurz, Geschäftsführer der Kreativ- und Produktionsagentur NOWADAYS und Veranstalter der MBFW sowie des BERLINER SALONS hat mit uns über die Entwicklung der Fashion Week, den Ortswechsel des Berliner Salon und Neuerungen in Sachen Digitalität und Nähe zum Endkonsumenten gesprochen.

 Die BFW geht in ihr 12. Jahr. Wie lässt sich Berlin auf der Grundlage dieser Zeit als Mode-Standort definieren?

Rückblickend hat Berlin es innerhalb von nur 12 Jahren geschafft, sich gegenüber München und Düsseldorf durchzusetzen und wichtigste Mode- und Messestadt in Deutschland zu werden. Dies vor allem durch die Menge an relevanten Messe-Formaten, wie Bright, Premium, Seek oder Neonyt. Ich finde, das ist ein riesiger Erfolg.

Was hat sich seit der Gründung des Berliner Salons und des Fashion Council Germany sowie der Neuausrichtung der MBFW für die Berliner Modeszene geändert?

Durch alle Initiativen haben Modedesigner nun eine Auswahl an Anlaufstellen, sie erhalten Zugänge zum lokalen Netzwerk sowie leistbare Ausstellungsflächen in ihrem Heimatmarkt. Die MBFW setzt auf Digitalität und die Verbindung zum Endkonsumenten. Mit dem BERLINER SALON erhielt die Branche erstmals einen kuratierten Rahmen für Deutsche Mode. Das German Fashion Council agiert als gewichtige Stimme im Namen des deutschen Modedesigns und bietet Betreuung und Beratung als ganzjährige Mission.

DER BERLINER SALON zieht nach drei Jahren vom Kronprinzenpalais in die St. Elisabeth- Kirche. Wieso kam es zu diesem Ortswechsel und was macht ihn zu einem besseren?

In erster Linie mussten wir den Ortswechsel durch die Nicht-Verfügbarkeit des Kronprinzenpalais aufgrund von Umbauarbeiten vornehmen. Wir sind allerdings sehr glücklich, dass wir mit der St. Elisabeth-Kirche und der Villa Elisabeth einen für Berlin sprechenden, energetisch aufgeladenen und sehr besonderen Ort gefunden haben, der die Neuerungen, die wir im Konzept des BERLINER SALON vorgenommen haben, voll unterstützt.

Was ist diese Saison von der Gruppenausstellung zu erwarten? Worauf freuen Sie sich am meisten?

Bereits im letzten Januar haben wir das Konzept der Gruppenausstellung angepasst und Produkt- sowie Interiordesign integriert, um einen möglichst repräsentativen Querschnitt deutschen Designs zu zeigen. In dieser Saison gehen wir einen Schritt weiter. Natürlich wird es nach wie vor die individuellen Auftritte der einzelnen Labels geben. Die Gruppenausstellung an sich wird jedoch deutlich installativer, indem wir eine gemischt kuratierte Gesamtinstallation inszenieren. Die Looks der teilnehmenden Designer werden erstmals frei kombiniert. Es ist mehr ein Kunstprojekt als reine Darstellung von Marken. Zusätzlich können wir dem Wunsch der Gäste nach mehr Zeit zum Austausch mit einer angeschlossenen Cocktail-Hour mit DJ-Set nachkommen.

Das Thema Digitalität hat durch den Livestream bereits mehr Raum bekommen bei der MBFW. Nun soll Virtual Reality dazukommen. Wie kann man sich das vorstellen?

Wir planen hier im Januar erste Schritte und wollen die Distanz zum Zuschauer durch Virtual Reality noch weiter verringern - indem man sich z.B. Veranstaltungsräume oder Show-Konzepte virtuell ansehen kann und 360° erlebt. Das funktioniert erst einmal für technisch versierte Follower, die die entsprechenden Möglichkeiten schon anwenden können. Langfristig möchten wir dieses Thema weiter ausbauen und so noch mehr Hintergründe und Perspektiven zur Plattform bieten.

Das Konzept der MBFW ist: Mode so zugänglich wie möglich zu machen für den Endkonsumenten. Wie wurde und wird dieses Konzept weiterentwickelt?

Den Relaunch der MBFW im letzten Januar haben wir mit genau diesem Fokus gestartet und den Endkonsumenten eingeladen, Teil der MBFW zu sein. Im Januar über eine große LED Livestream Wall, im Juli mit der Skalierung und Weiterentwicklung durch eine Begegnungsfläche mit Food Market und weiteren, für den Endkonsumenten relevanten Angeboten. Diese Saison bieten wir eine Public Exhibition sowie ein Public Viewing im KUBO auf dem Vorplatz an - digital kann man uns zum Event über den Livestream auf unserer Website sowie ganzjährig bei Social Media verfolgen. Inhaltlich möchten wir vor allem für Mode begeistern, den Diskurs über Mode für alle öffnen und Einblicke in die Modebranche bieten, die es bisher so in Deutschland noch nicht gab.