Umweltschonendes Färben: Diese Gamechanger machen es vor

Sustainable fashion
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Mittwoch 13.03.2019
12:49 Uhr

Über das Event

Die FashionSustain-Konferenz, die während der Berlin Fashion Week im Rahmen der Modemesse Neonyt im Januar stattfand, stand ganz im Zeichen des Themenkreises Fashion und Wasser. Denn sauberes Wasser ist ein hohes Gut. Die Modeindustrie benötigt gerade beim Färben der Textilien große Mengen davon und verwendet oft giftige Chemikalien. So werden nach Schätzung der Weltbank etwa 20 Prozent der industriellen Wasserverschmutzung weltweit durch das Färben und die Behandlung von Textilien mit Chemikalien verursacht. Doch Unternehmen wie We are SpinDye, Algalife und das Vienna Textile Lab liefern nun neue Technologien und Verfahren, die ein umweltschonendes Färben möglich machen.

SpinDye® spart Wasser und Chemikalien


Kooperationen mit Roxy und Bergans ©We aRe SpinDye

Das schwedische Unternehmen We are SpinDye hat im Rahmen der Neonyt ein Verfahren vorgestellt, das umweltschonendes Färben an der Wurzel packt. Denn für SpinDye® ist viel weniger Wasser nötig als für herkömmliche Verfahren. Kunstfasern, Viskose und Mischgewebe können ressourcenschonend eingefärbt werden, indem schon bei der Herstellung des Materials, Farbpigmente zugeführt werden. Schon während des Schmelzvorgangs des Ausgangsstoffs recycelter Kunststoff, werden die Farbpigmente beigemengt und anschließend daraus Garn hergestellt. Dieses Verfahren spart laut Hersteller rund 75 Prozent Wasser, 90 Prozent Chemikalien und 30 bis 40 Prozent Energie. Der CO2-Fußabdruck sei um 30 Prozent geringer, als bei herkömmlichen Färbemethoden. Dabei sind die Garne farbecht und eignen sich unter anderem besonders für Sport- und Outdoorbekleidung.

Textilien und Farben aus Algen

Stoffe und Farben auf Algenbasis hat das Berliner Startup Algalife entwickelt und damit auch schon den dritten Platz beim Global Change Award erreicht. Die Textilien, die aus einer Mikroalgenbasis hergestellt werden, setzen sogar Antioxidantien, Vitamine und Mineralien frei, die Körper und Haut nähren und schützen können. Denn hier kommen keine schädlichen Chemikalien zum Einsatz. Diese biobasierten Farbstoffe und Fasern weisen außerdem einen besseren ökologischen Fußabdruck auf, als traditionelle Herstellungs- und Färbeprozesse. So benötigt Algalife zur Herstellung eines T-Shirts nur etwa ein Fünftel der Wassermenge, die herkömmliche Hersteller*innen für ein vergleichbares Modestück verbrauchen.

Umweltschonendes Färben mit Bakterien

Das Vienna Textile Lab färbt mit Bakterien, ©Ilinca Oprea

Das Vienna Textile Lab erzeugt natürliche Farbstoffe aus Bakterien. „Wir sammeln die Bakterien in der Natur, lassen sie großtechnisch wachsen und extrahieren den Farbstoff, um dann diverse Textilien zu färben“, erklären die Verantwortlichen des innovativen Unternehmens, das in Wien beheimatet ist. Im Vergleich zu herkömmlichen natürlichen Farbstoffen seien diese Farben intensiver und benötigen außerdem keine landwirtschaftliche Anbaufläche. Die Bakterien können weltweit kultiviert werden, ohne der Umwelt großen Schaden anzutun. So sind die Farben aus Bakterien eine ressourcenschonende, biologische Alternative zu herkömmlichen Farbstoffen.

So unterschiedlich die drei Verfahren sind, so haben sie doch eines gemeinsam: den Fokus auf eine nachhaltigere Textilindustrie im Sinne von Mensch und Umwelt. Mit ihren Innovationen sind die drei Startups wahre Gamechanger, die einen wertvollen Beitrag zu den internationalen Nachhaltigkeitszielen leisten können.

Weitere Informationen:
https://spindye.com/
www.alga-life.com

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Farben des Vienna Textile Lab, ©Ilinca Oprea Farben des Vienna Textile Lab, ©Ilinca Oprea