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Veronika Aumann, screenstoff#2 Blouson / © FOTO: VMA Veronika Aumann, screenstoff#2 Blouson / © FOTO: VMA

Screenstoff: Fusion aus Textil und Technik

Die Qual der Wahl im Kleiderschrank beginnt oft mit der Farbe des Kleidungsstücks. Grün oder Rot? Oder doch das dezente Schwarze? Diese Problematik könnte bald ein Ende haben. Denn die Designforscherin Veronika Aumann arbeitet an der Entwicklung digitaler Textilien: dem Screenstoff.

Wetterbericht und Fußballmatch auf dem Mantel

Der Screenstoff kann aber nicht nur seine Farbe wechseln, künftig soll es auch möglich sein, den Wetterbericht, das digitale Fotoalbum oder zum Beispiel Musikvideos auf Kleidungsstücke zu übertragen. Im Lokal das Fußballmatch auf dem eigenen Mantel schauen, oder die neueste Tatortfolge auf dem Sweatshirt des Sitznachbarn verfolgen – der Screenstoff fungiert als Bildschirm, der aber die Eigenschaften gewöhnlicher Textilien besitzt. Er soll waschbar und genauso weich sein, wie zum Beispiel Textilien aus Baumwolle und so als adäquates Kleidungsstück tragbar sein. Noch befindet sich das zusmmen mit dem Fraunhofer IZM entwickelte Projekt in der Prototypenphase.


Veronika Aumann, screenstoff 1, Mantel mit Lumoled von Fraunhofer IZM, Detail_04 / © FOTO: VMA

Ausgefeiltes Konzept

Doch technisch ist der Screenstoff schon recht ausgefeilt. Gemeinsam mit Ingenieuren des Frauenhofer-Instituts für Zuverlässigkeit und Mikrointegration hat Veronika Aumann einen Mantel entworfen, in dessen Gewebe textile Leiterbahnen eingearbeitet werden – ein Silberfaden, der wie ein normales Kabel leitet. Auf dem Gewebe befinden sich mikroskopisch kleine LEDs und ein Chip, sodass Daten übertragen werden können. Über eine App ist man via Smartphone oder Tablet mit dem Kleidungsstück verbunden und kann so die Anzeige steuern. Der Screenstoff wird zu einer Fusion aus hochauflösendem Bildschirm und hochwertigem Bekleidungsstoff. Die Einsatzmöglichkeiten des Screenstoffs sind dabei vielfältig und gehen über die Mode hinaus. Der Screenstoff würde nicht nur Abwechslung in den Kleiderschrank bringen, sondern eignet sich zum Beispiel auch als flexible Bühnenkulisse, Werbefläche für Unternehmen oder könnte als Warnkleidung, beziehungsweise als Hinweistafeln, die blinken, eingesetzt werden. Als Polsterbezug im Zug etwa, könnte das Material anzeigen, ob der Platz frei oder reserviert ist, ebenso im Restaurant. Die Anwendungsbereiche sind tatsächlich extrem weitreichend.


Veronika Aumann, screenstoff 1, Lumoled von Fraunhofer IZM (li) und Materialprobe Diffusor (re) / FOTO: VMA

Veronika Aumann präsentiert ihren Screenstoff auch beim diesjährigen Wear It. Sie ist Designforscherin an der Weißensee Kunsthochschule Berlin, wo sie auch ihr Studium absolviert und sich schon früh mit der Verbindung von Textil und Technik auseinandergesetzt hat. Aumann hat außerdem am Chelsea College of Art & Design in London studiert und ist Mitgründerin des Berliner Designstudios „Pattern Studio“.

Weitere Informationen:
https://www.wearit-berlin.com/speaker/veronika-aumann/
http://www.veronikaaumann.com/​​​​​​​
http://www.kh-berlin.de/personen/show/veronika-maria-aumann-868.html
​​​​​​​izm.fraunhofer.de

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