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Textiles Display ©Fraunhofer-IZM, Fotograf: Volker Mai Textiles Display ©Fraunhofer-IZM, Fotograf: Volker Mai

Smart Textiles: Die Entwicklung der Forschung

Ideenförderung des Fraunhofer-Instituts
Im Foyer des Fraunhofer-Instituts für Zuverlässigkeit und Mikrointegration IZM in Berlin ist ein mittellanger grauer Mantel ausgestellt. Auf der rechten Tasche, etwa in Hüfthöhe, tanzen kleine, bunte Lichtquadrate herum. Das Kleidungsstück, das in den Bereich “smarte Textilien” fällt, wurde hier entwickelt.

Textiles Display ©Fraunhofer IZM, Fotograf Volker Mai

Im Nähraum des Instituts arbeitet eine große Maschine daran, feine isolierte Metalldrähte durch textilen Stoff zu weben. Das leitfähige Garn kann dann mit externen Anwendungen kommunizieren. Auch Sensoren werden hier in Stoffe integriert, die dehnbare und textile Substrate enthalten und über diese einfach in Kleidung eingesetzt werden können. Diese heißen Texteer und Sinetra und können körperbezogene Daten wie zum Beispiel Körperwärme oder Blutdruck messen. Einige der verwobenen Sensoren sind sogar waschmaschinentauglich. In der Berliner Einrichtung wird schon seit den 90ern textile Forschung betrieben. Die Materialien, die hier entwickelt werden, sollen kommunizieren können, aber auch Schutzfunktionen und medizinische Messaufgaben übernehmen und so im Alltag praktische Anwendung finden.
Um auch die Zukunft in diesem Bereich nachhaltig zu gestalten, fördert das Fraunhofer-Institut mit Start-A-Factory junge Unternehmensideen und Startups, die beispielsweise den Bereich der Sensorik erarbeiten und darin neue tragbare Konzepte entwickeln. Diese “Gründergarage von morgen” soll die Fertigung von Materialien revolutionieren und unter anderem textile Neuerungen beschleunigen.

Smart-Textiles-Forschung in der Kunsthochschule Weißensee
Eine weitere Berliner Einrichtung, die sich der Forschung von Smart Textiles widmet, ist die Weißenseer Kunsthochschule. Dort wurde im Designbereich futureTEX das Projekt “Textile Prototyping Lab” gelauncht, wo ganz früh im Entwicklungsprozess von smarten Textilien Designer*innen und Ingenieur*innen für einen branchenübergreifenden Austausch zusammengeführt werden. Dabei wird auch immer der Austausch mit der Industrie von Forschungsseite mitgedacht und deshalb werden Institutionen aus Textilforschung, Design und Wirtschaft inkludiert. Im Zentrum steht hier die experimentelle Materialforschung, die den klassischen Umgang mit Textilien ganz neu erdenken soll.

Projekt proto:n an der Hochschule für Technik und Wirtschaft
Auch das Projekt “proto:n” der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin (HTW), welches dem Motto "Hochschule trifft KMU" folgt, will Smart Wearables und Smart Textiles in Zusammenarbeit mit Klein- und Mittelstandsunternehmen ergründen. Das Format lädt jährlich Mitarbeiter*innen regionaler Unternehmen und Vertreter*innen aus Forschungseinrichtungen ein, um in sogenannten Innovations-Werkstätten Prototypen von technologisierten Stoffen und weiterer Hardware zu erarbeiten. Dort entstehen dann zum Beispiel technologische Muster aus Functional Fashion, Active Sportswear oder Kleidung, die mit Mikrotechnologien versehen ist.

Design Research Lab an der Universität der Künste
Im Berliner Design Research Lab der Universität der Künste wird zum Thema Gestaltung geforscht. Mehr als 20 Wissenschaftler*innen arbeiten hier an der Zukunft des Kommunikationsdesigns und untersuchen in unterschiedlichen Fachprojekten die technologischen Möglichkeiten. Ein Schwerpunkt ist dabei der Bereich der “Connected Textiles”, der eine spezifische Sprache für die Interaktion zwischen Textilien und der Außenwelt erarbeitet. Dr. Berit Greinke ist Teil des Fachbereichs und möchte mit ihrer Expertise im Textil- und Oberflächendesign wissenschaftliche Methoden und Prozesse einsetzen, um textile Kunstwerke zu schaffen, die funktionell kommunizieren. Ziel des Recherche-Instituts ist es, durch Wearables Nutzer*innen selbstständiger und Gesellschaften inklusiver zu machen, indem durch technologisierte Kleidung nicht nur körperliche Bedürftigkeit ausgehebelt wird, sondern vor allem durch die Schaffung einer gemeinsamen technologischen Sprache.

Wissenschaftliche Projekte als Wegweiser

Die Forschung tragbarer Technologien ist bereits weiter entwickelt, als vielen bewusst ist, und stellt Ideen in den Vordergrund, die Kleidung praktischer, kommunikativer, funktionaler und sogar schützender machen. Viel eindrucksvoller ist allerdings, was im Bereich Wearables noch alles vorstellbar ist.
Um die Möglichkeiten smarter Textilien zielführend zu ergründen, sind Forschungs-Institute und wissenschaftliche Projekte zu tragbaren Technologien und Smart Textiles essentiell und wegweisend. Forscher*innen können dort wichtige Fragestellungen ergründen und Prozesse erarbeiten, die sich die Gestaltung von intelligenter Kleidung zum Ziel setzt, die irgendwann wichtige, praktische Alltagsaufgaben übernehmen kann. Die hier vorgestellten Unternehmungen zeigen: Die Weichen für die Zukunft von Smart Textiles sind vielversprechend gestellt.

Weitere Informationen
www.izm.fraunhofer.de
www.izm.fraunhofer.de/de/institut/wege_der_zusammenarbeit/start-a-factory.html
www.kh-berlin.de
www.kh-berlin.de/hochschule/forschung/futuretex.html
www.htw-berlin.de/forschung/online-forschungskatalog/projekte/projekt/
www.design-research-lab.org

 

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