22.01.2016 News

Fünf Fragen an Odeeh Fünf Fragen an Odeeh

Wir sprachen mit Otto Drögsler und Jörg Ehrlich von "Odeeh" über die Erfahrungen aus dem Berliner Mode Salon, wie man als Label weiterkommt und über wertvolle Tipps für Jungdesigner.

Die Designer Otto Drögsler und Jörg Ehrlich gründeten im Jahr 2008 ihr Label „Odeeh“ und schafften als Label „Made in Germany“ den internationalen Durchbruch. Wir sprachen mit den beiden Designern über die Erfahrungen aus dem Berliner Mode Salon, wie man als Label weiterkommt und über wertvolle Tipps für Jungdesigner.

Welche Besonderheiten seht Ihr am Standort Berlin aus modischer Sicht?

Odeeh: Berlin ist eine Metropole, mit allem was dazu gehört. Kontrovers, vielseitig, schillernd und abgründig – und alles das gleichzeitig. Wir sind gerne da, mögen die kreative Unruhe und den Spirit, den man hier fühlen kann. Berlin ist Hauptstadt, touristischer Fokus, immer spannend. Zum Teil eben auch, weil man eine gewisse „old-Berlin-Provinzialität „ spüren kann, die eben den gewissen Unterschied macht zu Städten wie London oder New York. Genauso verhält es sich mit der Mode: Du kannst alles haben und finden. Und ganz viel, was es eben nur in hier gibt. Berlin ist, wie es ist. Nachteile gibt’s nicht. Vorteile auch nicht. Wir denken nicht in solchen Kategorien. 

Ihr seid im Berliner Mode Salon vertreten – Über welche positiven Erfahrungen könnt ihr berichten? 

Odeeh: Der Berliner Mode Salon ist der Saison Start für uns. Ein wichtiger Ort, um die neue Kollektion erstmals zu zeigen. Danach geht es direkt weiter nach Paris, weil wir dort die ersten internationalen Einkäufer treffen, neben all denen, die wir auch in Berlin schon sehen werden.

Das, was Christiane Arp und Markus Kurz hier initiiert haben, ist großartig, weil endlich was passiert. Es wird ja oft zuviel geredet, gemeckert und lamentiert. Hier, mit dem Berliner Mode Salon hat man einfach mal etwas Konkretes angefangen. Jedes mal ein Schrittchen weiter, besser werden, sich an anderen messen und in Kommunikation mit anderen treten. Darum geht es dabei. Wir mögen das sehr, weil es auf modernste Art ein Treffen und eine Plattform darstellt, wo man gutes deutsches Design sehen kann. Wir alle werden jedes mal besser mit dem Salon, sicher auch dieses mal wieder. Wir freuen uns darauf.

Woraus zieht ihr eure Inspiration? Beeinflusst euch euer Standort und eure Herkunft?

Odeeh: Die Inspiration ist der Alltag. Das permanente "Augen auf halten“ und vor allem der Austausch und die Auseinandersetzung zwischen uns beiden. Das ist das Beste, wenn man zu zweit arbeiten kann – ein unersetzlicher Faktor. Wenn man dann noch ein tolles Team im Rücken hat, welches uns permanent Feedback gibt und so auch fordert, ist das die halbe Miete. Wir fahren nicht irgendwo hin und sagen uns: „Jetzt geht es mal los mit der Inspiration!“ So entstehen flache, letztlich durchschaubare Konzepte und Ideen. Wichtig ist es, verschiedenste Einflüsse zu bündeln, zusammenzubringen und dann eine neue Geschichte, ein neues Buch damit zu erzählen. Alles andere ist Klischee und bekannt. 

Ihr habt den internationalen Durchbruch geschafft – welchen Tipp habt ihr für Jungdesigner aus Deutschland?

Odeeh: Man neigt hier immer zu den gängigen Antworten und die ersparen wir uns und allen anderen jetzt mal. Das wichtigste ist sicher: Es gibt keinen Bonus für Deutsches Design. Es gibt nur Gutes oder nicht so gutes Design! Wichtig ist aus unserer Sicht vor allem: macht es mit einem kleinen Team von Leuten, denen ihr vertrauen könnt, mit denen es Spaß macht und schaut, dass alle Bereiche kompetent betreut sind!

Alleine geht das nicht oder nur in einem ganz kleinen Rahmen. Das Modebusiness ist grausam und toll zugleich. Man braucht Kondition und eine große Portion Realismus, gepaart mit Sturheit, Bescheidenheit und Teamspirit. Und wenn man die Möglichkeit hat, zunächst innerhalb fremder Strukturen zu arbeiten, dann sollte man das tun!

Wir glauben, dass zu viele direkt nach dem Studium schon was eigenes machen, das ist nicht gut. Ausnahmen bestätigen das sicher die Regel, aber wir denken es st besser erstmal Erfahrungen zu sammeln.

Und schlussendlich– Netzwerke aufbauen – das ist das Wichtigste .

Auf was freut Ihr euch am meisten während der Berlin Fashion Week?

Odeeh: Auf den Berliner Mode Salon und unsere Installation dort zuallererst. Die Vogue/Zeit Konferenz wird sicher spannend, aber auch auf die Präsentationen von unseren Freunden und Kollegen. Wir sind gespannt auf Dorothee Schuhmachers neue Kollektion, aber genauso auf Tim Labenda, auf Bobby Kolade und viele mehr – eigentlich auf alles, was sich an gutem Design präsentieren wird.  Und auf die vielen kleinen und großen Momente, die Berlin ausmachen. Wir freuen uns auf gute Momente mit Menschen, die uns aufrichtig sagen, wie sie das finden, was wir gerade tun. 

Mehr Informationen über Odeeh, findet man auf der Homepage:

http://odeeh.com/

Weitere Informationen über die Förderungen von Jungdesigner findet man hier:
http://www.berlin.de/projektzukunft/wettbewerbe/foerderungen-berlin-fashion-week

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